09–11
2013
 
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Termine Vorschau

26.09.–24.11.2013
Großer Saal

Regionalismus

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung

Eröffnung: 25. September 2013, 19 Uhr

Die internationale Gruppenausstellung stellt sich die Frage nach dem Verhältnis lokaler Kultur und zeitgenössischer bildender Kunst. Gegenwartskunst und Tradition oder jener Teil unserer (Alltags-)kultur, welche sich über Traditionslinie regionaler kultureller Entwicklungen definiert, stellen oft unvereinbare Antipoden dar. Die Ausstellung sucht im Kontext regionaler (klein-)städtischer und ländlicher Überlieferungen nach jenen Anknüpfungspunkten und Brüchen, welche eine Auseinandersetzung mit dem Lokalen für die Gegenwart nutzbar machen könnten. Architektur, Musik, Kleidung, christliche und ältere Praktiken und Rituale haben sich in spezifischen Regionen über Jahrhunderte entwickelt und sind durch Tourismus und Stadtmarketing einer verstärkten Ökonomisierung ausgesetzt.

Wie authentisch ist unsere regionale Kultur nun wirklich? Inwieweit „erfinden“ wir uns diese Traditionen, weil sie gut in touristische Vermarktungsstrategien passen? Und wie könnten künstlerische Strategien aussehen, welche die Stärken der Tradition mitnehmen, sich aber der Gegenwart gegenüber nicht verschließen? In der populären Musik (Attwenger etc.) und Architektur (Holzbauweise) gibt es eine Reihe von interessanten und produktiven Ansätzen – die bildende Kunst tut sich hier schwerer. Zu belastet scheint die Tradition der „Heimatkunst“, welche sich zu lange mit der Vorspiegelung einer heilen Welt beschäftigt hat, sich immer auch als Sprachrohr konservativer Werte verstanden hat und zusätzlich durch die Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus diskreditiert ist.

Eine junge Generation der heute 15 bis 25-jährigen Konsument_innen scheint mühelos zwischen „alten“ und „neuen“ kulturellen Angeboten wechseln zu können. Fehlt hier das entsprechende Bewusstsein für die Bedeutung und die Implikationen dieser Versatzstücke? Oder könnte es nicht auch sein, dass wir diesen Umgang als in die Zukunft gerichtetes Samplen und Vermischen ansehen dürfen, das als ein positiver Schritt weg von ideologischen Verhärtungen gewertet werden könnte?

Künstler_innen: Alpine Gothic, Büro Josef Böhm, Christian Falsnaes, Hilde Fuchs, Thomas Hörl, Irwin, Mike Kelley & Paul McCarthy, Hans Müller,
Wiebke Siem, Sean Snyder

Zudem wurden Masken der Sammlung Baumgartner gezeigt.

Kuratorin: Hemma Schmutz
Ausstellungsarchitektur: Elfrid Wimmer-Repp
Projektassistenz: Susanne Staelin



Foto: © Alpine Gothic, 2013